Rechtschreibtraining

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  • Dein privates Rechtschreibtraining sollte täglich etwa 10 bis 15 Minuten dauern. Du kannst ruhig einmal einen Tag aussetzen, musst aber darauf achten, dass du regelmäßig übst.
  • Das Schreiben nach Diktat spielt dabei keine Rolle!
  • Schreibe deine Übungen in ein Heft, das du nur zu diesem Zweck führst. Notiere zu deinen Einträgen das Datum

Die wichtigste Übungsform ist das Abschreiben. Dabei gehst du so vor:

  1. Suche dir einen kurzen Text (ungefähr 60-80 Wörter) aus der Zeitung, aus einem Schulbuch, aus einem Buch, das du gerade liest. Lies den Text zuerst einmal aufmerksam durch!
  2. Gliedere und markiere dann den Text mit einem Bleistift so, dass du nicht jedes einzelne Wort abschreiben musst, sondern mehrere Wörter zugleich. Dazu markierst du mit Schrägstrichen sinnvolle Wortgruppen von 3-4 Wörtern. Nur schwierige Wörter unterstreichst du, damit du sie bei Bedarf einzeln abschreiben kannst. Und so könnte ein vorbereiteter Text aussehen:

    Die schnellste Schnecke / der Welt / wurde / bei einem internationalen Wettbewerb / unter 23 Schnecken / im März 1975 ermittelt. / Die englische Schnecke/ „Lightning“/ trug / in einer Zeit / von 80 Sekunden / für eine Strecke / von 60 Zentimetern / den Sieg davon./ ...

  3. Schreibe den Text nun in Wortgruppen ab. Dazu liest du dir die Wörter halblaut vor, deckst die Wortgruppe ab und schreibst dann die Wörter auf. Nur die unterstrichenen schwierigen Wörter schreibst du direkt aus der Vorlage ab.
  4. Wenn du den Text vollständig abgeschrieben hast, überprüfst du deinen Eintrag im Heft. Falls du einen Fehler entdeckst, verbesserst du ihn sofort. Schließe jede Übung mit einem sorgfältigen Überprüfen des abgeschriebenen Textes ab! Es kommt weniger auf den großen Umfang der bearbeiteten Texte an als auf das konzentrierte Vorbereiten und das sorgfältige Abschreiben der Texte!

Als weitere Übungsform kannst du Wortlisten anlegen. Du schreibst untereinander 10 Wörter auf, die du dir aussuchst. Das können Fehlerwörter sein, die du findest; du kannst auch Wörter nehmen, die du für schwierig hältst. Rechts neben den Wörtern notierst du dann verwandte Wörter oder abgeleitete Wörter oder du bildest verschiedene Formen. Dabei darfst du ruhig im Rechtschreibwörterbuch nachschlagen. Eine Übung könnte dann so aussehen:

fragen              du fragst, die Fangfrage, der Frager
Nussknacker    knacken, du knackst, er knackte, die Nuss, die Nüsse
schleifen          die Schleife, du schleifst
Winter             des Winters, überwintern, der Winterreifen

Schließlich solltest du regelmäßig üben, Wörter im Wörterbuch nachzuschlagen. Wenn du ein umfangreiches Wörterbuch benutzt, dann kannst du fast alle Wörter finden, die dir begegnen. Und so gehst du vor: Du notierst 10 Wörter untereinander, die du einem Text entnimmst. Rechts neben jedes Wort schreibst du die Seitenzahl der Seite, auf der du das Wort im Wörterbuch findest. Wenn du zu dem Stichwort noch verwandte Formen findest, dann notiere mindestens eine von ihnen auch noch im Heft. Das könnte dann so aussehen:

Froschmann     S. 424 Froschperspektive, Froschkönig
Kränzchen        S. 609 der Kranz, die Kränze
verreist            S. 1076 verreisen, sie ist verreist, die Reise

Die bisher genannten Übungen kannst du ausführen, ohne zusätzliches Übungsmaterial  anzuschaffen. Denn du kannst ja deine Schulbücher aus allen (!) Fächern genauso benutzen wie Zeitungen und Zeitschriften, die ohnehin vorhanden sind.

Schließlich kannst du auch Bücher heranziehen, die du dir aus der Schulbibliothek ausleihst.Natürlich kann es auch sinnvoll sein, aus dem umfangreichen Angebot der Schulbuchverlage geeignete Übungsmaterialien anzuschaffen.                                                               © Antonius Kunz 2008